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Verletzungen und Erkrankungen der Achillessehne

Die Achillessehne ist die stärkste Sehne unseres Körpers und kann Kräften von über 500 kg standhalten.

Trotzdem gehört sie zu den am häufigsten gerissenen Sehnen, dies beruht meist auf einer Vorschädigung des Sehnengewebes, bevor es letztendlich zum Riss kommt. Sämtliche Erkrankungen der Achillessehne können mittels hochauflösender Ultraschalluntersuchung in unserer Praxis schnell und präzise beurteilt werden.

Folgende Achillessehnenprobleme beobachten wir häufig:

Peritendinitis:
Die umgebende Sehnenscheide ist durch Überlastungen entzündet, dies führt zu Schmerz und Schwellung vor allem nach Belastung. In diesen Fällen kann durch konservative Therapiemaßnahmen (entzündungshemmende Medikamente, Dehnung, lokale Eisanwendungen, Fersenkissen) meist binnen kurzer Zeit eine Schmerzreduktion erreicht werden.

Achillodynie:
Durch immer wiederkehrende Überlastungen der Achillessehne kommt es zum zunehmenden Verschleiß des Sehnengewebes. Fast immer besteht eine schmerzhafte Verdickung der Achillessehne und die Patienten berichten über eine typischen Anlaufschmerz in diesem Bereich. Die konservative Behandlung entspricht im Wesentlichen der der Peritendinitis. Wenn die Symptome mehr als 3 bis 6 Monate trotz intensiver konservativer Therapie anhalten, kann die Operation diskutiert werden.

Um das komplette Ausmaß der Sehnenschädigung beurteilen zu können, erfolgt vor jeder Operation immer auch die Durchführung einer MRT Untersuchung, die für Sie schmerzfrei ohne Strahlenbelastung ist. Bei der Operation werden die krankhaft veränderten Sehnenanteile entfernt. Während kleinere Sehnendefekte ersatzlos entfernt werden können, muss die Entfernung größerer Defektzonen mit einer Sehnenverstärkung (Nachbarsehne) kombiniert werden.


„Hinterer“ Fersensporn / Insertionstendinopathie:
ist eine Verschleißerkrankung des Achillessehnenansatzes am Fersenbein. Sie ist meist bedingt durch Überlastung und deshalb häufig bei Sportlern zu finden. Meist besteht eine knöcherne Verdickung der hinteren Ferse, die sich auch immer wieder – v.a. durch Reibung in geschlossenen Schuhen – entzünden kann. Im Ultraschall kann die Diagnose schnell gesichert werden, im Röntgenbild wird das komplette Ausmaß der knöchernen Spornbildung sichtbar.

Risse der Achillessehne
können plötzlich oder schleichend auftreten.
Akute Risse treten oft unter sportlichen Aktivitäten auf. Die Behandlung kann konservativ oder operativ durchgeführt werden. Beide Verfahren haben Vor- und Nachteile. In einem Gespräch werden wir gemeinsam mit Ihnen das für Sie beste Verfahren herausarbeiten.
Chronische Risse entstehen immer auf der Grundlage einer vorgeschädigten Sehne und gehen oft mit einem deutlichen Kraftverlust einher. Wenn sich die lokalen Schmerzen mit konservativen Behandlungsmaßnahmen nicht bessern lassen und der Kraftverlust beim Gehen Probleme bereitet, kann durch die Operation eine gute Sehnenspannung wiederhergestellt werden. Oft wird zur Verstärkung der Rupturstelle eine Nachbarsehne verwendet.

Verschleißerkrankung (Arthrose) des Sprunggelenkes und des Rückfußes

Der Gelenkverschleiß (Arthrose) entwickelt sich meist schleichend über mehrere Jahre.

Durch den zunehmenden Abrieb des schützenden Gelenkknorpels kommt es zur schmerzhaft eingeschränkten Beweglichkeit des Sprunggelenkes bzw. des Rückfußes. Häufig sind auch mehrere Gelenke gleichzeitig betroffen.

V.a. das obere Sprunggelenk ist ein stark belastetes Gelenk. Verletzungen des Gelenkes aus früheren Jahren (z.B. häufiges Umknicken oder Sprunggelenkfrakturen), führen häufig zu verschleißbedingten Knorpelveränderungen. Aber auch rheumatische Erkrankungen oder Gicht können Gelenke / Knorpel stark schädigen und letztlich in einer Arthrose münden.

Typischerweise klagen Patienten anfänglich über belastungsabhängige Schmerzen des Fußes beim Laufen, später auch über Schmerzen im Ruhezustand. Meist schwillt das Sprunggelenk im Tagesverlauf deutlich an.

Die konservative Behandlung besteht in Gelenkinjektionen sowie dem Tragen einer Abrollhilfe am Schuh, mit der das betroffene Gelenk entlastet werden kann. Physiotherapeutische Maßnahmen tragen – gerade im fortgeschrittenem Stadium – nicht anhaltend zur Linderung der Beschwerden bei.

Sollte sich mit diesen Therapieoptionen keine zufriedenstellende Besserung erreichen lassen, kann eine Operation abgewogen werden. Je nach Befall am Rückfuß und dem Ausprägungsgrad des geschädigten Gelenkes stehen heute dafür verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung.

Kleine Knorpeldefekte werden meist arthroskopisch (Gelenkspiegelung) behandelt.

Im fortgeschrittenen Stadium kann das Gelenk wegen des fortgeschrittenen Knorpelverlustes meist nicht mehr erhalten werden. Dann ist entweder die Versteifung des Sprunggelenkes oder das Einsetzen eines Kunstgelenkes möglich.

Beide Methoden haben Vor- und Nachteile. Deshalb ist es wichtig, dass wir die Entscheidung welches Verfahren das beste für Sie ist, mit Ihnen gemeinsam in einem Gespräch abstimmen.


Bandverletzungen des Sprunggelenks

Das Sprunggelenk wird durch mehrere Bänder stabilisiert. Bandverletzungen entstehen meist durch plötzliches Umknicken. Am häufigsten kommt es zum Umknicken des Fußes nach außen. Hierbei resultiert eine Überdehnung oder ein Riss der Außenbänder.

Man unterscheidet Überdehnungen, einfache Risse und Verletzungen, bei denen mehrere Bänder betroffen sind. Die Bänder können in ihrem Verlauf ein- oder auch durchreißen oder an ihren Anheftungsstellen vom Knochen abreißen. Je nach Ausmaß der Verletzung kommt es zu einer Schwellung, die durch ein Hämatom bedingt wird. Gerade zu Beginn ist es nicht immer einfach, eine Überdehnung von einem Riss abzugrenzen

In der Regel erfolgt neben der klinischen Untersuchung durch Ihren Arzt / Ihre Ärztin eine röntgenologische Untersuchung, um eventuelle knöcherne Begleitverletzungen nicht zu übersehen. Ultraschall oder MRT können weitere Informationen liefern.

Ist nur ein Außenband gerissen, ist eine Operation meist nicht erforderlich. Eine konservative Behandlung und regelmäßige Kontrollen sind aber wichtig, um eine unkomplizierte Heilung zu sichern.

Besteht eine anhaltende Instabilität (z.B. durch eine Mehrfachverletzung), kann das Sprungbein leicht aus der Knöchelgabel herauskippen. In diesem Fall sollte eine Operation abgewogen werden. Wir werden mit Ihnen Vor- und Nachteile einer Operation im Detail besprechen und gemeinsam die für Sie beste Behandlungsmethode wählen.

Für die Funktion des Sprunggelenkes entscheidend ist das Band zwischen Außenknöchel und Schienbein (Syndesmose). Es hält die Knöchelgabel zusammen. Ist es gerissen, ist in den meisten Fällen die Indikation zur Operation gegeben.


Knick-Platt-Fuß

Erste Anzeichen für die Entwicklung eines Knick-Plattfußes beim Erwachsenen können Schmerzen hinter dem Innenknöchel und dem inneren Fußrand sein.

Ursache dafür ist eine Schädigung der Sehne des hinteren Schienbeinmuskels (Musculus tibialis posterior), diese verläuft hinter dem Innenknöchel und ist maßgeblich an der Aufrichtung unseres Fußgewölbes beteiligt. Wenn diese Aufrichtung nicht mehr gewährleistet ist, verändert sich zunehmend die Fußform und es treten dann auch Schmerzen an der Fußaußenseite auf.

Im Frühstadium wird i.d.R. zunächst mit individuell angepassten stabilen Einlagen und physiotherapeutischen Maßnahmen konservativ behandelt. Auch die Versorgung mit orthopädischen Schuhen kann abgewogen werden. Eine bereits vorliegende Fehlstellung lässt sich mit diesen Maßnahmen aber nicht nachhaltig beeinflussen. Deshalb ist es wichtig, dass wir regelmäßige Kontrollen und Tests durchführen, um ein Fortschreiten der Deformität frühzeitig erkennen zu können.

Eine Stellungskorrektur des Fußes ist nur durch operative Maßnahmen möglich. Je nach Ausprägung der Fehlstellung kann z.B. die erkrankte Sehne an der Innenseite des Fußgewölbes ersetzt werden (Sehnentransfer), wobei dies immer auch mit einem Eingriff an der Ferse kombiniert wird. Im fortgeschrittenen Stadium sind meist komplexe Rückfußoperationen notwendig, dies erfordert immer auch eine mehrwöchige Gipsbehandlung.


Tarsaltunnelsyndrom

Ein bekanntes Nervenengpass-Syndrom des Fußes ist das Tarsaltunnelsyndrom.

Dabei wird der Schienbeinnerv im Innenknöchelbereich eingeengt und es kommt zu Schmerzen oder Missempfindungen am Innenknöchel, die bis zur Fußsohle und den Zehen ausstrahlen können. Die Diagnose wird durch eine neurologische Untersuchung bestätigt.

Im Frühstadium können konservative Behandlungen (z.B. Einlagenversorgung, Physiotherapie u.a.) die Symptome lindern. Führen diese Therapien nicht zum Erfolg, kann die Einengung des Nerven operativ gelöst werden.


Sprunggelenkspiegelung

Mit der Entwicklung von verbesserten und kleineren Instrumenten und Optiken hat auch die Arthroskopie (Gelenkspiegelung) des Sprunggelenkes in den letzten Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen.

So lassen sich auch am Sprunggelenk, ähnlich wie am Kniegelenk, viele Erkrankungen elegant und mit kleinen Zugängen schonend operativ behandeln.

Dazu gehören die Behandlung von Knorpelschäden, die man häufig auch nach Umknicktraumen findet, die Entfernung freier Gelenkkörper, die Entfernung der Gelenkinnenhaut bei wiederkehrenden Schwellungen und Ergüssen (z.B. beim Rheumatiker) oder auch die Entfernung von störenden Narben, wie man sie häufig nach operativ versorgten Brüchen des Sprunggelenkes findet.

Auch die Entfernung störender Anbauten, die die Beweglichkeit des Sprunggelenkes schmerzhaft einschränken (der sogenannte „soccer ankle“), ist mit dieser Methode ohne Eröffnung des Gelenkes möglich.

Die meisten dieser Eingriffe können, wie am Kniegelenk auch, ambulant erfolgen.



Gelenk-Spiegelung (Arthroskopie)Knorpelschaden Sprunggelenk (links vor OP, rechts nach OP)


  • Stand: 14. Februar 2016
  • Dateityp: PDF
  • Copyright: OKL-Orthopädie Dres.med. Kircher & Leutloff
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